Freitag, 27. Januar 2017

Stoffdiät

Kommentare:
 

Stoffdiät! Schon das Wort ist herrlich. Küstensocke hat zu einer Gemeinsamen Stoffdiät aufgerufen. Ja, ich mache mit!
Ich habe schon in den Jahre 2015 und 2016 für mich persönlich, ein ähnlichem Motto ausgerufen. Ich nannte es
„verbrauche was Du hast“
Es ist mir teilweise auch gelungen...wie aber kommt es dennoch zu Stoffbergen?

Ich habe, wie schon öfter erwähnt, eine Modeschule besucht und ich nähe seit meinem 14 Lebensjahr. Für mich ist, immer hin gelernt, vollkommen klar ich kaufe einen Stoff nur wenn ich ihn brauche. Ich habe ein Modell, eine genaue Maßangabe wie viel ich brauche und kaufe genau das. Das funktioniert großteils gut, wenn ich in ein normales Stoffgeschäft gehe. Gehe ich aber z.B. zu Müller (hier habe ich schon mal darüber geschrieben) oder auf den Markt (wie zuletzt in Berlin) oder eine Freundin sagt: „ich schmeiß das weg, willst es?“ dann gibt es kein halten. Das sind die klassischen Gelegenheiten wo ich immer mehr kaufe als ich wollte oder wo ich ja sage wo ich eindeutig nein sagen sollte.

Mein Problem ist nicht die Meterware, Gott sei dank habe ich keine 300 Meter Stoff  auf Lager liegen. Obwohl wer weiß, ich habe noch nie nach gemessen.
Mein Problem schaut anders aus und füllte aber auch einige Kisten:

Problem Reste:
Ich habe zwei große Boxen mit Resten von Bekleidung. Ich hebe alle Reste auf wenn ich Bekleidung nähe, schön zu einer Rolle geformt. Diese Kisten sollte ich endlich ausmisten. Wahrscheinlich habe ich die Hälfte der Bekleidung gar nicht mehr deren Reste ich liebevoll aufbewahre.

Problem Quiltstoffe:
Seit Anfang der  1990 Jahren mache ich auch Quilts seit damals sammle ich alle dünnen BW Stoffe und alte Hemden also alles was auch mal ein Quilt werden könnte. Das sind dünne Stoffe und manchmal auch kleine Fleckerl und den einen oder anderen schönen Fat Quarter habe ich natürlich auch gekauft. Das braucht nicht soviel Platz. Aber auch da werde ich zusehends strenger und werfe alles weg was nur mehr Briefmarkengröße hat.  Da bin ich jetzt schon richtig gut. Und ich habe schon lang keine Quiltstoffe mehr gekauft.  Aber keine Sorge hier liegen Quiltstoffe für mehrere Quilts und in Wirklichkeit brauchen wir keine weiteren Quilts mehr. Wir sind bestens versorgt mit Decken.

Problem Seidenstoffe:
Ja, ich habe im falschen Moment ja gesagt und habe mehrere Schachteln Seidenstoffe geerbt. Zum Glück ist mir irgend wann eingefallen einen Teil der Stoffe einer Modeschule zur Verfügung zu stellen. Leider habe ich immer noch eine Kiste voll Seidenstoffen. Leider tragen wir nicht so gerne Seide und daher wird dort auch nix abgebaut. Quilt habe ich schon einen aus der Seide gemacht, falls das wer vorschlagen möchte. Seidenstoff könnte ich zum Tauschen anbieten.

Problem Recycling:
Mittlerweile stehen auf den Stoffkisten große Säcke mit  „Daraus kann ich noch was machen“ und das nervt. Lieder hat sich der Recycling Gedanke zu einer fixen Idee ausgewachsen und ich hebe viel zu viel auf.

Ich habe Säcke mit alten Jeans, in allen Blogs wird recycelt – das will ich auch.  Ja, zugegeben ich habe auch schon Jeans verwendet aber es sind immer noch welche da.

Ich habe Kisten mit alten Vorhängen, die ältesten sind aus der Wohnung meiner Eltern aus 1960 Jahren. Reinleinen – das kann ich doch nicht einfach wegwerfen. Mein Mann findet die Farbe scheußlich also werden wir sie nicht als Vorhänge verwenden. Ich trage mich mit dem Gedanken eine Tasche daraus zu machen aber was mache ich mit dem Rest der unweigerlich bleibt.

Ich habe große Schachteln mit  gestickten, gestrickten und gehäkelten Deckerln, Tischtücher und Geschirrtücher aus altem Leinen oder besonders schön gewebt. Jedes hat eine kleine Macke, ein Loch oder einen Fleck. Aber der Rest des Stücks wartet darauf von mir verarbeitet zu werden.  Das ist nicht etwa die gute Wäsche die verwendet wird, das sind die Sachen die zum Recyceln gedacht sind. Besonders schwer wird es weil ich schon schöne Sachen aus den alten Stoffen gemacht habe.

Ich habe aber auch ein riesen Sack mit T-Shirts meiner Tochter. Die T-Shirt sind zurückgeblieben als meine Tochter endgültig auszog. Irgendwann hatte wir die Idee ich mache eine Quilt für sie daraus.  Sie hat nie mehr danach gefragt, ich habe nichts mehr gesagt und diese Idee ist in Vergessenheit geraten. Der Sack steht noch da.

Problem UFOs:
Richtige UFOS habe ich nicht, ein Quilt ist in Arbeit aber das ist kein UFO an einem Quilt arbeite ich länger aber kontinuierlich.

Problem Zubehör:
Ich habe wirklich nicht wenig Zubehör. Teilweise ist es noch Zubehör das meine Großmutter, auch eine Schneiderin, hinterlassen hat. Nicht das ich das je für was verwende aber ich kann es auch nicht wegwerfen.  Ich habe Bänder und Gummibänder immer gleich ganze Packerl. Bei Müller wird das zu Kilopreisen verkauft und leider sehr billig. Die Herren verkaufen dort nur sehr zögerlich ½ oder 1 Meter. Dann nehme ich doch lieber gleich das ganz Packerl.

So versuche ich schon seit Jahren Stoffe ab zu bauen:
Ich mache Quilts nur mehr aus vorhandenen Stoffen.
Ich nähe Taschen zum Einkaufen und Yogataschen. 
Ich habe eine Decke aus alten Pullovern gemacht.
Ich habe einen Jeansrock aus alten Jeans gemacht.


So, Schluß mit Jammern. Es gibt auch positives zu berichten. Weitergeben heißt das Zauberwort und 2017 tat ich das schon.
Ich bin, am Rand, an der Betreuung einer Flüchtlingsfamilie beteiligt. Die junge Frau näht gerne und hat Kinder. Ich habe ihr einen Sack mit Stoffen vorbeigebracht. Es ist mir schwer gefallen, nicht weil ich gierig bin sondern weil ich immer den Gedanken hatte vielleicht mache ich ja doch noch was daraus. Aber nein, ich wollte keine Unterhosen aus Resten von gestreiften T-shirts. Obwohl es sich, rein theoretisch gut machen hätte lassen. Ist doch viel gescheiter es werden T-shirts für die Kinder daraus. Ebenso ein grüner Wollwalk, der ein eindeutiger Fehlkauf war. Ist doch gut wenn eine andere Schneiderin damit was macht, bei mir liegt er schon seit Jahren.
Aber es war ein Prozess des Loslassens und ehrlich es hat Wochen gedauert vom Aussortieren bis zum tatsächlichen übergeben der Stoffe.

Stoffdiät 2017 - meine Ziele und erste Ideen
Danke für diese großartige Idee. Beim Schreiben diese Post ist mir erst so richtig aufgefallen wie sehr mich das ganze Durcheinander, die Kisten und Schachteln belasten. Obwohl alles ganz gut verstaut ist, das ist mitunter das größte Problem wäre ich weniger ordentlich und weniger gut im Verstauen wäre es nicht haltbar die Sachen alle in der Wohnung zu horten.

So konnte ich dann zügig ein Ziel formulieren.
Ich mustere zuerst  die Restekiste aus und schmeiße alles weg  wo ich das Werkstück nicht mehr habe. 
Ein weiterer Gedanke, vielleicht kann ich ja wirklich die Seiden tauschen oder verschenken.
Vielleicht messe ich doch mal alle Stoffe.

Mein Plan wäre ich noch ein Jeanskleid, ein weiter Jeans und eventuell eine weiter Jogginghose zu nähen ach ja und Sportsachen wollte ich mir auch noch nähen. Für all das würde ich Stoff brauchen und den müsste ich kaufen. Also Nulldiät wird es nicht werden.
Aber ich versuche schon länger nur zu nähen was ich auch wirklich brauche weil es mir sonst nicht sehr ökologisch scheint.
Das ist keine Zierde im Arbietszimmer
1Meter Band oder Gummiband benötige ich und kaufe aber gleich eine ganze Rolle
Aber das Zubhör ist wohl geordnet
und auch die Nähseiden und Knöpfe sind geordnet

Kommentare:

  1. Oh wie schön, dass Du dabei bist! Vielen Dank für Deinen interessanten Post und die wohl überlegten Gedanken. Ich melde mich schon mal für die Seidenstoffe zum Tausch/Kauf. Ich hätte gern einige Blusentops mit Schluppe aus Seide, wenn die Farbe passt. Ich kenne das auch, wie Stoffgeschenke nach und nach die Kisten füllen und man irgendwann nicht mehr weiß wohin damit. Ich habe etliche ausgemusterte Jeans, alte Bettwäsche und meine Mutter hat mir für kommende Woche neue Stoffgaben angekündigt - da kann/darf ich nicht nein sagen. Bei anderen Personen bin ich inzwischen klar in der Aussage - ich möchte wenn überhaupt nur Herrenhemden. Wenn man die gleich zerlegt und Kragen Knopfleiste Manschetten abtrennt bleibt kaum ein halber meter Stoff übrig, der sich gut verstauen lässt. Letztlich helfen beim Stoffabbau aber nur zwei Dinge: Stoffe vernähen oder Stoffe abgeben ;-) Gestern abend ist ein gefütterter Rock fertig geworden, das gibt ein Minus von 1,60 m in der Stoffbilanz. LG Kuestensocke

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    1. Perfekt, jetzt habe ich wirklich einen Anlaß die Seidenstoffe zu messen und zu fotografieren.
      Mit den Hemden hast Du vollkommen recht, die lassen sich wirklich gut verstauen und in Wirklichkeit ist es (fast)der einzige Stoff aus dem man dan auch noch was ordentliches machen kann.
      Gratuliere zum Stoffabau!
      LG
      Teresa

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  2. Oh mein Gott. Bei Dir würde ich gern mal stöbern ;-) Das praktische am Landleben ist, das die Gefahr Stoffdiät machen zu müssen mangels Gelegenheit garnicht so groß ist. Wer weiß wie das aussähe, würde ich in der Nähe von Berlin oder Wien wohnen... Seidenstoffe... ein Traum. Und die alten Jeans sind hier fast aufgebraucht für Kinderhosen und ein Kleid für mich.
    Liebe Grüsse und viel Erfolg beim Stoffabbau.
    LG
    Martina

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  3. Das las sich ja sehr interessant, Danke für den Einblick in Deine Stoffschätze und die Gedanken dazu. Wegen des Zubehörs würde ich mir keine Gedanken machen. Bänder, Knöpfe, Gummi und Garn kann nicht wirklich zu viel sein. Hauptsache es ist gut sortiert wie bei Dir und man findet gleich, was man braucht. Und die alten Leinen-Schätze würde ich auch nicht hergeben. Dafür muss einfach Platz sein und irgendwann kommt die Idee dafür. Ein altes Mangeltuch meiner Großmutter lag fast 20 Jahre bei mir, bevor ich es in meiner ersten Patchworkdecke verarbeitet habe (samt wunderschönem Monogramm). Ich bin guter Dinge, dass wir hier gemeinsam einige Stoffberge bewältigen und freue mich auf unsere Treffen. LG Ina

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  4. Mit den Resten und potentiell recyclebaren Stücken sprichst du glaub ich ein heißes Thema an, dass bei Kuestensockes Ursprungspost noch fehlte. Bei meiner Inventur der Stoffe habe ich die Restkiste nämlich vollkommen vergessen. Und dabei musste die letztes Jahr schon in eine größere Behausung ziehen. Wäre sicherlich einen Artikel wert, wie man diesen Teil des Stoffvorrates sinnvoll angeht.
    Grüße,
    Zedena

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  5. Das wird interessant, Deine 'Problemmengen' liegen ja an ganz anderer Stelle! Ich bin gespannt, was Dir zum Stoffbergabbau noch an Verwendungen einfällt, aber um die Seidenstoffe brauchst Du Dir da bestimmt keine Gedanken zu machen..

    Trennen kann ich mich eigentlich ganz gut von Stoffen, mir pfuscht dann eher das Öko-Gewissen in den Plan hinein, denn mir fehlt eine gute Abnahmequelle für alles außer Reste (bislang zumindest).

    Ich drück Dir die Daumen, 2017 wird das was wuppen!
    VG
    Kate

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  6. Ha, vom Müller habe ich auch noch einige Sachen im Vorrat liegen. Auch wenn es nicht mehr annähernd so viel ist, wie es mal war.
    Schön, dass Du auch dabei bist!
    Alles Liebe,
    Marianne (Exil-Wienerin)

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  7. Vielen Dank für diesen Post, ein bisschen hat man schon beim Lesen gemerkt, dass dich die Berge an Stoff und "da-kann-man-noch-was-draus-machen" belasten. Und als ich das so las, viel mir auf, dass ich sowas auch noch horte... Egal, das ist für mich ein Thema für später.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Ausmisten der Reste- und anderer Kisten! Wenn es dann geschafft ist, hat es ja auch immer etwas befreiendes.
    LG Petra

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  8. Habe gerade deinen Kommentar zum Passacaglia Quilt, vielen Dank, entdeckt und mich jetzt bei deiner Stoff-Diät eingelesen.Du bist nicht allein, so ähnlich sieht es bei mir auch aus, leider nur mehr verteilt, weil bisher keine Möglichkeit war es an einer Stelle aufzubewahren. Wegwerfen geht für mich ganz schlecht, weil ich immer Dinge im Kopf habe, die daraus entstehen könnten.
    An einem Seidentausch hätte ich Interesse, käme auf die Farbe an. Bin gespannt wie dein Quilt aussehen wird. Es macht Spaß ihn wachsen zu sehen, aber es ist natürlich mühsam.
    Viel Erfolg bei deinen Aktivitäten!
    Bunte Grüße von Karen

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  9. Ihr Liebe, vielen Dank für Eure Kommentare. Ich freue mich immer sehr! Ja ich bin wirklich sehr genervt über die Kisten das hat Petra richtig erkannt.
    Für alle die sich auf die Seidenstoffe freuen, soviel kann ich schon sagen, ich habe gemessen und fotografiert und brauche nur noch einen Blogpost schreiben.
    Ich habe schon eine Menge gemacht und freue mich schon darüber zu berichten. Für mich kam der Anstoß grad zur rechten Zeit und ich bin jetzt richtig dran am Aussortieren.
    Liebe Grüße
    Teresa

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  10. Liebe Teresa,
    gerade bin ich zufällig hier gelandet und finde mich in Deinen Plastikkisten wieder.
    Bei mir stehen fünf dieser Plastikkisten mit Sachen, aus denen man mit "wenig Aufwand" wieder etwas machen könnte. Teilweise sind es kleine Änderungen oder Reparaturen. Es sind sicher Stücke dabei, die mittlerweile gar nicht mehr passen oder gefallen.
    Heute lese ich, dass ich damit nicht alleine bin. Das gibt mir positive Energie, meine Kisten endlich anzugehen.
    Vielen Dank!
    Natascha

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